Demokratie und Ungleichheit. 36. Christlich-Islamische Tagung am Pfingstfest

In einer Demokratie zählt jede Stimme gleich viel – so lautet eines ihrer zentralen Versprechen. Zugleich verfestigt sich der Eindruck, dass es um das demokratische Gleichheitsversprechen zur Zeit nicht gut bestellt ist: So ist etwa die Möglichkeit und die Realität politischer Beteiligung, z. B. an Wahlen, stark an sozioökonomische Faktoren wie Bildung und Erwerbstätigkeit geknüpft. Dies zeigt sich auch in den parlamentarischen Repräsentationsverhältnissen: Der gesellschaftliche Querschnitt in Bezug auf Bildung und Berufe, aber auch in Bezug auf Geschlecht, Religion oder Migrationsgeschichte wird hier nicht hinreichend abgebildet.

Und dann gibt es noch Akteure, die an den gängigen demokratischen Verfahren gar nicht beteiligt sind: Kinder und Jugendliche sowie die Erde. Zumindest bei letzterer scheint eine Beteiligung tatsächlich nicht möglich zu sein – und dennoch ist auch hier eine Ungleichheit festzustellen. Wie geht man mit dieser komplexen Gemengelage von Demokratie und Ungleichheit um?

Die 36. Christlich-Islamische Tagung am Pfingstfest vom 22. bis 25. Mai 2026 widmet sich dem Problem von Ungleichheit in der Demokratie aus interreligiöser Perspektive und lenkt dabei den Blick vor allem auf diejenigen, deren Perspektive meist ausgeblendet wird.

Die Auseinandersetzung findet ganzheitlich und vielfältig in Vorträgen, Diskussionen, Tanz und Musik sowie Kreativem statt. Zeit und Raum für Gespräche, Begegnungen sowie gemeinsames Beten und Feiern gibt es ebenfalls.

Das christlich-muslimische Team lädt Sie herzlich ein:

Schech Bashir Ahmad Dultz
Deutsche Muslim-Liga Bonn e.V. und Bendorfer Forum

Wilhelm Sabri Hoffmann
Deutsche Muslim-Liga Bonn e.V.

Chadigah M. Kissel-Dultz
Pädagogin, Deutsche Muslim-Liga Bonn e.V.

Karimah K. Stauch M.A.
Deutsche Muslim-Liga Bonn e.V. , URI Deutschland e.V., URI Europe

Pfarrer Johannes Stein
Pfarreiengemeinschaft Koblenz-Innenstadt Dreifaltigkeit

Pfarrerin i.R. Katharina von Bremen
Berlin

Tagungsleitung: Dr. Josef M. Könning
Theologe und Menschenrechtsethiker mit Mediationsausbildung auf der Grundlage Gewaltfreier Kommunikation, Haus Ohrbeck.

Das Programm —>

Haus Ohrbeck
Am Boberg 10
49124 Georgsmarienhütte
Telefon 05401 /336-0
Fax 05401 /336-66

Anmeldung über
Mail: empfang@haus-ohrbeck.de oder cip@haus-ohrbeck.de oder
Web: https://www.haus-ohrbeck.de/

Impressioni e riflessioni… Eindrücke und Reflexionen zur 35. Christlich-Islamischen Tagung am Pfingstfest

Die Christlich-Islamischen Tagung am Pfingstfest hat 2025 nun schon zum dritten Mal im Haus Ohrbeck in Georgsmarienhütte, bei Osnabrück, stattgefunden. Ich war schon am Donnerstag vor Pfingsten angereist, um mich ganz bewusst und langsam auf das Tagungsgeschehen einstellen zu können und Zeit zu haben, um Abstand zum Alltag zu gewinnen.

Es war sehr angenehm, die Freunde aus der Deutschen Muslim-liga Bonn und von URI sowie den Tagungsleiter, Dr. Josef Könning, bereits am Donnerstag zum Abendessen im Haus der Franziskaner zu treffen und aktuelle Themen, die uns beschäftigen, in lockerer Runde anzusprechen, schon mit Blick auf das Tagungsthema „Nur gemeinsam sind wir stark – vielfältiges Engagement und ein gutes Leben für alle“.

In der Vorstellungsrunde, am Freitagabend, fiel mir auf, dass es immer so ist, schon seit Jahrzehnten, in denen ich zu dieser Tagung gehe: Das Zusammenkommen der Menschen und der geistige und emotionale Spannungsaufbau, der dieses Treffen umfängt. Es ist immer wieder wie das gemeinsame Erklimmen eines Berges. Ein jeder leistet seinen Beitrag. Ob es die verschiedenen Beiträge der Vortragenden zum Thema waren, die Einstimmung in den Tag, das Sufi-Dhikr am Samstagabend (Sufi-Tariqah as Safinah) oder der christliche Gottesdienst am Sonntagvormittag, zu dem ich auch einen Gastbeitrag leisten durfte – es entsteht ein spiritueller Sog nach oben, den man vorher in kein Programm fassen kann.

Was uns zusammenhält und auch immer wieder neue, junge Teilnehmer in die Tagung führt, ist die Ahnung der Menschen, dass es sich mit unseren Religionen, Konfessionen und Traditionen verhält wie mit einem Rad: außen auf der Felge haben die orthodoxen Schulen nicht viel miteinander zu tun, sie müssen sich voneinander abgrenzen und ihren eigenen Ausdruck bewahren. Durch das Vorhandensein sogenannter „Speichen“ im Rad werden wir immer wieder in Richtung „Radnabe“ geführt, dorthin, worum „sich alles dreht“. Also zur Essenz der Dinge.

Um es zusammenzufassen: Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Konferenz sind immer wieder aufs Neue davon fasziniert, dass sie gerade wegen der unterschiedlichen Formen ihrer Religionen und Konfessionen doch in der Essenz vereint sind. Hier gibt es nur noch Geschwisterlichkeit, Lachen und unendliches Vertrauen dem anderen gegenüber.

Mit herzlichen Grüßen
Taufiq Norbert Mempel