Impressioni e riflessioni… Eindrücke und Reflexionen zur 35. Christlich-Islamischen Tagung am Pfingstfest

Die Christlich-Islamischen Tagung am Pfingstfest hat 2025 nun schon zum dritten Mal im Haus Ohrbeck in Georgsmarienhütte, bei Osnabrück, stattgefunden. Ich war schon am Donnerstag vor Pfingsten angereist, um mich ganz bewusst und langsam auf das Tagungsgeschehen einstellen zu können und Zeit zu haben, um Abstand zum Alltag zu gewinnen.

Es war sehr angenehm, die Freunde aus der Deutschen Muslim-liga Bonn und von URI sowie den Tagungsleiter, Dr. Josef Könning, bereits am Donnerstag zum Abendessen im Haus der Franziskaner zu treffen und aktuelle Themen, die uns beschäftigen, in lockerer Runde anzusprechen, schon mit Blick auf das Tagungsthema „Nur gemeinsam sind wir stark – vielfältiges Engagement und ein gutes Leben für alle“.

In der Vorstellungsrunde, am Freitagabend, fiel mir auf, dass es immer so ist, schon seit Jahrzehnten, in denen ich zu dieser Tagung gehe: Das Zusammenkommen der Menschen und der geistige und emotionale Spannungsaufbau, der dieses Treffen umfängt. Es ist immer wieder wie das gemeinsame Erklimmen eines Berges. Ein jeder leistet seinen Beitrag. Ob es die verschiedenen Beiträge der Vortragenden zum Thema waren, die Einstimmung in den Tag, das Sufi-Dhikr am Samstagabend (Sufi-Tariqah as Safinah) oder der christliche Gottesdienst am Sonntagvormittag, zu dem ich auch einen Gastbeitrag leisten durfte – es entsteht ein spiritueller Sog nach oben, den man vorher in kein Programm fassen kann.

Was uns zusammenhält und auch immer wieder neue, junge Teilnehmer in die Tagung führt, ist die Ahnung der Menschen, dass es sich mit unseren Religionen, Konfessionen und Traditionen verhält wie mit einem Rad: außen auf der Felge haben die orthodoxen Schulen nicht viel miteinander zu tun, sie müssen sich voneinander abgrenzen und ihren eigenen Ausdruck bewahren. Durch das Vorhandensein sogenannter „Speichen“ im Rad werden wir immer wieder in Richtung „Radnabe“ geführt, dorthin, worum „sich alles dreht“. Also zur Essenz der Dinge.

Um es zusammenzufassen: Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Konferenz sind immer wieder aufs Neue davon fasziniert, dass sie gerade wegen der unterschiedlichen Formen ihrer Religionen und Konfessionen doch in der Essenz vereint sind. Hier gibt es nur noch Geschwisterlichkeit, Lachen und unendliches Vertrauen dem anderen gegenüber.

Mit herzlichen Grüßen
Taufiq Norbert Mempel

Prinzessin Heide von Hohenzollern lädt auf Burg Namedy

Burg Namedy war am 30. Juni 2024 wieder wunderschöner Ort für Austausch und Begegnungen. Auf Einladung von Prinzessin Heide von Hohenzollern kamen dort erneut bildende Künstlerinnen, ihre Professorin, VertreterInnen von 9 Religionen und Spiritualitäten, Musiker und Filmemacher, Freundinnen und Freunde der Burg und Interessierte zusammen.
Nach vielfältigen Vorbereitungen des Organisationsteams auf Burg Namedy, sah es zunächst so aus, als würde der Tag aufgrund der Witterung „ins Wasser fallen“. Weil es über viele Stunden geregnet hatte, war das Friedensgebet der großen Weltreligionen kurzerhand in den Rittersaal der Burg verlegt worden.

Gleichklang von neun religiösen Traditionen

Jeziden, Buddhisten, Juden, Christen katholischer, anglikanischer, altkatholischer Richtung, Muslime, Baha’i
und eine freie Theologin brachten auf je eigene Weise ihre Wünsche und Gebete für Frieden und Heilung zum Ausdruck.
Das Gebet, das seit 2006 stattfindet, wird von Anfang an von der DMLBonn sowie URID mitgetragen. Dieses Jahr waren 15 URI-Mitglieder und Freundinnen dabei. Die DMLB gestaltete das Gebet erneut auf muslimischer Seite mit durch Wilhelm Sabri Hoffmann, Karimah K. Stauch, Chadigah M. Kissel-Dultz und Schech BASHIR.
Begleitet und umrahmt wurden ihre Beiträge vom Musik-Duo Sylvia Mel-André (Querflöte) und Johannes André (Gitarre).

Junge Künstlerinnen und Künstler sprechen eine universelle Sprache
Anschließend stellte Frau Prof. Anna Bulanda-Pantalacci die jungen Künstlerinnen vor. Gemeinsam hatten sie eine Woche lang auf Burg Schloss Namedy gelebt und gearbeitet. In der Natur des Schlossparks mit alten Bäumen, Teich und Wiesen hatten sie ihre Installationen entwickelt und aufgebaut. Sie kamen aus verschiedenen Ländern, z.B. Äthiopien, China, Deutschland und der Ukraine und wurden auch von polnischen Kunstwissenschaftlern begleitet. Die Worte von Frau Prof. Anna Bulanda-Pantalacci und ihren Künstlerinnen klangen auf ihre Art wie die der Religionsvertreter: sie sprach von Licht, Freundschaft und Frieden.

Einsatz für Frieden und Freundschaft
Anschließend dankte Prinzessin Heide allen Teilnehmenden und brachte in sehr bewegenden Worten ihre und der Menschen Wunsch und Sehnsucht nach Frieden zum Ausdruck. Die enge Seelenverwandtschaft zwischen der Prinzessin, Schech BASHIR, der DMLBonn, URI Deutschland, der Tariqah As-Safinah wurden so deutlich bei gegenseitiger Danksagung, mit Tränen in den Augen, für eine weitere gelungene Veranstaltung.

Neue Einblicke in ein Stück unbekannte Kulturgeschichte der DDR

Nachdem sich die Menschen im Park umgesehen und Chor- und Jazzmusik genossen hatten, gab es im Spiegelsaal noch einen beachtlichen Film zu sehen: „An der Saale hellem Strande – Ein Kulturhaus erzählt“ von Helga Storck und Peter Goedel.
Die beiden RegisseurInnen, die beide bis 1961 in der DDR gelebt haben und dem Schicksal dieses Landes immer verbunden blieben, erzählen in diesem Film die Geschichte der Kulturhäuser in der DDR anhand des Kulturhauses der Buna-Werke in Schkopau. In diesem Kulturhaus gab es Gastspiele renommiertester Künstlerinnen und Künstler sowie Häuser. Ebenso wurde die Kunst der Werktätigen und ihrer Kinder und Familien aktiv gefördert, wie z.B. in Malzirkeln, durch Schauspiel, Gesang, Musik, Tanz und vieles mehr. Ein bemerkenswertes und zu wenig bekanntes Stück deutscher Kulturgeschichte.
Es war erneut ein sehr besonderer und bewegender Tag auf Schloss Burg Namedy. Herzlichen Dank an die Gastgeberin, Prinzessin Heide von Hohenzollern, und alle Mitwirkenden.